Wilhelm und Wolfgang im Juni 2015

Lubaga-Hospital mit den neuen grünen Sonnenschutzflächen
Lubaga auf einem der sieben Hügel von Kampala (unter den zwei Kirchtürmen)
Der 7. Bus von hinten links ist unserer ...
Das Notstromaggregat
Bei Botschafter Dr. Peter Blomeyer
Dachrinnen in Naggalama
Dachrinnen ...
Dachrinnen ...
Dachrinnen ...
Personalwohngebäude Naggalama
Naggalama-Hospital überbelegt
Frau arbeitet auf der Maternity-Baustelle
Ein Teil des Maternity-Daches
Der neue große Wassertank
Die neue Röntgen-Anlage von Philips im Einsatz
Kindergarten Lubaga
Kindergarten
Kindergarten
Kindergarten
Kindergarten
Kindergarten
Kindergarten
Kindergarten
Verkehr in Kampala - ohne Regeln
Nichts mit Drive-in - das geht noch schneller
Fledermaus Anton beschützt uns vor Stechmücken
Mit der Nilfähre ins Wochenende
Hinten die Nashornmutter mit Kind
Etwas größer ...
Beim Abschied werden alle Hälse immer länger

Wilhelm Vorreiter und Wolfgang Fischer in Uganda

20./21.06.2015
Nach einem Flug über Istanbul und Kigali (Vorteil: je 2x23 kg Gepäck möglich! - So konnten wir ein Sauerstoffgerät für Naggalama und Reparaturteile für das Notstromaggregat mitnehmen) sind wir gut um 4 Uhr morgens im Hospital angekommen. Bewusst haben wir ein Wochenende gewählt, um ausschlafen zu können. Dies erlaubte uns u.a. eine Stippvisite zu den Märkten in der City, insbesondere zum Owino-Markt, dem zweitgrößten Markt in Ost-Afrika.
Für 70 Cent kauft man eine Sim-Karte fürs Handy und lädt es auf, Gespräche sind extrem günstig, auch nach Deutschland. Eine absolut frische, honigsüße Ananas kostet 50 Cent, eine handballgroße Advocado 30 Cent.

U.a. besuchen wir auch die von Gaddafi finanzierte größte Moschee Ost-Afrikas, die 3.500 Gläubigen Platz bietet. Eine unverschleierte junge Frau, die entspannt und mit viel Wissen unsere Fragen beantwortet, Interessantes erzählt und auch mal eine Seite aus dem Koran vorsingt, führt uns. Vorurteile werden leicht abgebaut.

22.06.
Wir lernen den Nachfolger von Dr. Adolf kennen, den sympathischen Dr. Andrew. Im Lauf der Woche nehmen wir noch an mehreren Meetings teil. Heute stellen wir Dr. Andrew unseren Verein vor und Wilhelm erläutert, was er reparieren will. Adolf zeigt uns die Baustelle der neuen Maternity, die schon weit fortgeschritten ist. Das Dach, auf dem unsere Fotovoltaikanlage installiert werden soll, steht bereits. Auffallend auf der Baustelle ist, dass auch schmächtige Frauen mit Pickel und Schaufel arbeiten und z.B. eine Schubkarre füllen. Ein Mann hält den Schubkarren vorn, weil der Ständer abgebrochen ist, ein Mann hält ihn an den Griffen hinten, die Frau schaufelt. Alle reden und lachen miteinander. Auch die Chefelektrikerin des Hospitals ist eine Frau, aber weniger schmächtig.
Der 6 Millionen Liter Wasser fassende neue Tank, der von den Freunden Rubagas aus Stuttgart finanziert wurde, steht bereits. Nur Kleinigkeiten fehlen noch.
Die Fahrt nach Naggalama heute dauert nur eine Stunde. Wir werden herzlich empfangen von Sr. Jane Frances und ihren sympathischen Sekretär Francis. Sr. Mary, die potentielle und ebenfalls sehr sympathische Nachfolgerin, lernen wir auch kennen. Im Gegensatz zu den früheren Besuchen ist das Hospital übervoll. Die Patienten müssen teilweise auf dem Boden liegen. Die Privatzimmer, die pro Tag 6,-- Euro mehr bringen, sind belegt. Der neue Schweinestall, der auch zu Nebenerlösen führen wird, ist in der Stufe 1 fertig, 2 Schweine sind trächtig.
Die Abfallentsorgung ist ein Riesenproblem. Alles wird verbrannt, sogar die Plastikflaschen. Dass man aus Abfall auch Geld machen kann, ist hier noch nicht angekommen. Die giftigen Überreste kommen unter den Boden, ringsum wächst Futter.
Ein leerer Container soll in ein Krankenhaus-Restaurant umgebaut werden. Ein schöner Betriebskindergarten wurde in Betrieb genommen. Derzeit sind es 30 Kinder, um die sich drei Erzieherinnen kümmern.

Dann kommt ein kleiner Schock: Die Dachrinnen, die wir finanzierten, sind aus leichtem Plastik. Zwischen den Aufhängern biegen sie sich teilweise durch, manche Fallrohre hängen schräg. Wir machen Vorgaben, sehen aber schwarz. Hier gibt es kein BGB, und wenn bezahlt ist, ist eine Mängelrüge schwer durchsetzbar. Wir werden nächstes Mal nur noch unter der Aufsicht von kompetenten Mitgliedern solche Projekte durchziehen. Jetzt suchen wir ein Mitglied, das die Pannen bereinigt ….
Dann werden uns die kaputten Batterien der Fotovoltaikanlage vorgeführt. Wilhelm meint, die hätten eigentlich noch lange halten müssen, aber auch hier ist der grundsätzliche Fehler, dass man glaubt, der Lebensrhythmus einer Sache beginnt mit dem Kauf und endet ohne Wartung und Service.

23.06.
Nach dem interessanten Meeting gehen wir in die Werkstatt. Das Fazit vieler Beobachtungen ist, dass es oft Kleinigkeiten sind, warum etwas nicht funktioniert. Man hört zu früh auf oder gibt auf oder man hat nicht geplant. So wurden bei uns Lenkrollen mit runden Einsatzstiften bestellt, dabei schaute man nur an einem Bett. Alle anderen benötigen viereckige. Jetzt liegen die falschen rum. Aber man meldet sich nicht sofort. Wir mussten zuerst kommen und fragen, warum die neuen Rollen noch im Karton liegen. Genauso unmöglich ist es, dass absolut nichts weggeworfen wird, und wenn es 5 mal kaputt ist. Das bedeutet Chaos! Und es ist Chaos!
Danach gehen wir über die Kinderstationen, um Bilder für unser geplantes crowd-funding zu machen. Eigentlich schlimm, aber anders erhalten wir zu wenig Spenden. Bilder sind immer beeindruckender als Worte. Und wieder erschüttern uns Einzelschicksale besonders kranker Kinder, die bei uns nicht so leiden müssten.
Abends essen wir noch gut europäisch. Zusammen mit einem Nile-Bier kommt das auf 4 Euro. Bleiben wir bei der hier üblichen Kost, reicht die Hälfte.

24.06.
Heute inspizieren wir die 80 Höhenmeter unter der Klinik liegende Pumpstation. Wilhelm hatte die Pumpe vor einem halben Jahr gegen eine neue getauscht. Die neue verliert bereits wieder etwas Wasser. Das alte Thema: Service. Schrauben werden nachgezogen ….
Dann besuchen wir den Hospital-Kindergarten, ein wichtiges Kriterium, das Angestellte veranlasst, in diesem Krankenhaus zu arbeiten. Chefin Rose ist leider nicht da, ihr Mann ist krank. Wir sehen sie morgen. Die Kleinen freuen sich über Farbstifte, Papier, Malkreiden, kleine Bälle und natürlich Rittersport-Schokolade, die von der Firma immer kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

25.06.
Wir fahren mit Dr. Adolf und Dr. Andrew zur Deutschen Botschaft, um den neuen Botschafter kennen zu lernen. Vermittelt hatte dies unser Mitglied Klaus Rückert, der den Botschafter vom Kongo kennt. Dr. Peter Blomeyer ist ein sympathischer Vertreter der Deutschen Regierung. Leider muss er uns erläutern, dass die Hauptziele der Regierung darin bestehen, die landwirttschaftlichen Projekte der Ugander zu unterstützen. Dazu gehören auch Wasserver- und entsorgung sowie Energieprojekte. Unsere Fotovoltaikanlage fällt aber nicht darunter, weil das ein Krankenhausprojekt ist (?). Ich stelle natürlich unseren Verein, Adolf und Andrew das Krankenhaus vor. Blomeyer stellt interessiert viele Fragen, auch zur Art der Diagnosestellung und zum Thema Qualitätssicherung. Man kommt immer wieder darauf, dass die Partnerschaft gerade für diese Fragen wichtig ist. Durch die vielen Patienten, die nicht zahlen können, fehlt das Geld für Investitionen, auch für Geräte zur Diagnosestellung, wie im Labor oder in der Radiologie. Der Verein liefert solche Geräte (allein im nächsten Container wieder vier Sonografiegeräte, etc.), repariert sie und hilft personell.

26./27.06.
Nach dem Meeting repariert Wilhelm kurz ein Gerät, dann besuchen wir noch die Radiologie und schauen nach dem neuen Röntgengerät. Wir treffen natürlich immer wieder auf Menschen, die wir kennen. Zum Beispiel Rosie, die vor vielen Jahren in Sindelfingen eine zwei-jährige Fortbildung absolvierte. Das würde aber jetzt zu weit führen.

Es ist Freitag, 13 Uhr. Was macht man da? Genau. Wir fahren in den Murchison Nationalpark, wo auf dem Nil „African Queen“ gedreht wurde, fahren mit dem Schiff bis zum Wasserfall hoch und besichtigen ihn von oben und unten. Wir sehen die meisten Tiere, die einem beim Wort Afrika einfallen. Immer aus dem Jeep heraus. Bis wir uns entschließen, noch einen Spatziergang zu machen. Weil es so heiß ist, gehen wir auf eine Baumgruppe zu. Plötzlich wächst zwischen diesen Bäumen ein 3.000 kg schwerer Koloss mit zwei Hörnern in die Höhe. Eigentlich müssen wir zurück, weil die Nashorn-Mutter das Objektiv sprengt. Eigentlich wäre es aber besser, still zu stehen, weil Nashörner schlecht sehen. Und weil wir wissen, dass die Mutter 45 km/h schnell ist, entscheiden wir uns für das Stehen. Aber sie ist auch müde und legt sich bald wieder neben ihr "kleines" Kind. Und wir schleichen Richtung Heimat.

Nachwort: Zum Glück waren wir am Sonntag im Busch. Auf Adolfs Abschiedsparty, die ebenfalls am Sonntag stattfand, schlich sich eine Salmonelle ein, oder zwei, alle Gäste hatten zwei Tage zu kämpfen. Das wäre ein schöner Flug geworden ....