Poor Patient Fund

L.P. (Bild mit Genehmigung veröffentlicht)
M.A. (Bild mit Genehmigung veröffentlicht)
D.A. (Bild mit Genehmigung veröffentlicht)
S. (Bild mit Genehmigung veröffentlicht)

Die Mitgliederversammlung hat 2017 beschlossen, dass wir den im Lubaga Hospital bestehenden PPF (Poor Patient Fund) für arme und mittellose Patienten zunächst mit 2.000 Euro unterstützen. Im Vertrag zur Bereitstellung der Fotovoltaikanlage haben wir bereits vereinbart, dass 10% der Einsparsumme, das sind ca. 900 Euro jährlich, vom Hospital selbst in den Fund einbezahlt werden müssen.

Wir wissen von jedem Besuch, dass jeder Euro zu 100% einem Patienten oder einer Familie in einer medizinischen Notlage hilft. Oft sind es Flüchtlinge, alleinerziehende junge Mütter oder einfach Menschen, die sowieso schon arm sind - oft ohne eine regelmäßige Arbeit - die durch eine plötzliche Krankheit oder einen Unfall in eine dramatische finanzielle Katastrophe schlittern und gezwungen sind, das wenige, was sie haben - eine Ziege, eine Kuh oder ein bißchen Land - zu veräußern und damit in einen Teufelskreis geraten.

Die absolut zuverlässige Sozialarbeiterin Margaret Nakitto des Lubaga Hospitals nimmt sich dieser Patienten an, prüft durch Hausbesuche und Kontakte zur Familie die tatsächliche Notlage und empfiehlt dann meistens eine 50-90%ige Unterstützung. In der Regel wird ein kleiner Betrag von wenigen Euro immer vom Patienten oder der Familie verlangt. Die unterstützten Summen liegen in der Regel bei 50 bis 200 € pro Patient.

Vor Ort gewähren Margaret Nakitto und Dr Andrew Ssekitooleko, daß alle Spenden transparent und zweckgemäß und zielgerecht angewendet werden. 

Wir erhalten regelmäßig entsprechende Patientenrechnungen, ausgefüllte Scorebögen und teilweise Einzalberichte mit Fotos von Margret. Es würde zu weit führen, hier alle aufzulisten, aber wir wollen ab und zu Beispiele herausgreifen:

Beispiel 1
Sudanesischer Kriegsflüchtling, Frühgeburt im 6. Monat, Baby 1,6 kg:

  • L.P. floh vor dem südsudanesischen Bürgerkrieg mit ihrem Mann nach Kampala in Uganda
  • Im April 2017 bekam sie bereits im 6. Monat Geburtswehen und wurde im staatlichen Krankenhaus nicht behandelt. In ihrer Verzweiflung kam sie ohne Geld ins Lubaga Hospital
  • Die Krankenhausrechnung von 580.000 USH (ca. 145 €) konnten sie nicht bezahlen. Ein Wohltäter gab ihnen 200.000 USH (50€) und das Lubaga Hospital bezahlte den Rest aus Mitteln des PPF
  • Margaret Nakitto, die Sozialarbeiterin, besuchte die junge Familie in ihrem Zuhause und sah eine Zweizimmerwohnung ohne Fenster in einem Sumpfgebiet. Sie zahlen 3€ Miete pro Monat. 
  • Der Ehemann versucht, Geld zu verdienen, indem er Wasser vom öffentlichen Brunnen holt und zum Verkauf anbietet 
  • Leider gibt es viele ähnliche Beispiele von sudanesischen Flüchtlingen in Uganda  

Beispiel 2: 80 Jahre, ambulante Behandlung nach schwerem Sturz

  • M.A. ist bedürftig und mittellos und erhält Unterstützung  durch ihre Nachbarn
  • Im Februar 2017 stürzte sie, nachdem sie 2 x 20kg schwere Wasserbehälter aus einem Brunnen holte
  • Ihre Familie kann ihr nicht helfen. Ihr einziger Sohn ist alkoholkrank und hat eine schwere Psychose. Seit August letztem Jahr ist sie ganz allein, ihr Sohn wurde seitdem nicht mehr gesehen. Sie hat sonst keine Angehörige, die ihr helfen
  • Die Arzneikosten, die Kosten für die Physiotherapie sowie die Transportkosten wurden für 2 Monate vom PPF Lubaga Hospital übernommen         

Beispiel 3: Erster Lebensmonat, Hautinfektion, Eine Woche stationär

  • Baby D.A. wurde im 1. Lebensmonat wegen einer schweren Hautinfektion stationär aufgenommen.
  • Nach der Behandlung war seine Mutter nicht mehr auffindbar. Wir versuchten die Angehörgen zu kontaktieren, damit die Krankenhausrechnung bezahlt werden möge. Ddamba entwickelte dann noch eine bakterielle Hirnhautentzündung. Die Mutter, die wir dann doch noch finden konnten,  wollte ihn aus Angst vor der Rechnung nicht stationär aufnehmen lassen. Wir sagten ihr, daß wir ihr bei den Kosten helfen würden, denn das Kind war sehr krank und braucht unsere Hilfe. 
  • Die Mutter ist N. Jenifer, 17 Jahre alt, ein Waisenkind, deren Mutter einen anderen Mann heiratete, nachdem ihr Vater gestorben war. Sie wurde schwanger, als sie als Frieur-Assistentin arbeitete. Sie konnte ihre Schulbildung nicht abschließen aufgrund von Geldmangel. Das Baby wurde von einem väterlichen Onkel aufgezogen, der als Turnboy für einen Lastwagenfahrer arbeitet. Der wirkliche Vater des Kindes  sagt, es sei nicht sein Baby und bezahlt die Rechnung nicht. Jenifers Onkel berichtete dies der Polizei und er wurde gezwungen 300,000 USH = 90 € als Deposit im Krankenhaus zu bezahlen. Seitdem ist er nicht wieder aufgetaucht.
  • Die Gesamtrechnung betrug 1,470,000 USH und die Differenz von 1,179,000 USH = 357 € wurde vom PPF Fund bezahlt. 

Beispiel 4: Baby S., 3 Monate alt, schwere Unterernährung, 4 Wochen stationär

  • Baby S. wurde wegen schwerer Unterernährung aufgenommen. Die Mutter, eine Vollwaise, sah ebenfalls unterernährt aus. Sie hatte keine Brustmilch, um das Kind zu ernähren. Ihre Arbeit bestand darin, abends auf den Straßen Kampalas "cowpeas" (Erbsen) zu verkaufen. Ihre Arbeit wurde jedoch von den Autoritäten unterbunden, da sie keine Steuern zahlen konnte.
  • Wir versuchten mit dem Vater Kontakt aufzunehmen - doch vergebens.
  • Dann machten wir 3 Brüder von ihr in Kampala ausfindig, die alle als Gelegenheitsarbeiter ihr Geld verdienten. Sie erklärten sich bereit, 120.000 USH zu bezahlen, der Rest (119.000 USH) wurde vom PPF (ca. 36 €) bezahlt.
  • Wir boten ihnen an, der Mutter zu helfen, dass sie mit dem Kind nach Masaka geht, wo sie ein Stück Land haben.
  • Dann gaben wir der Mutter des Kindes noch Kleider und Nahrungsmittel für das Kind. Sie konnte dann auch selbst wieder ihr Kind stillen.

Margaret Nakitto, Social Worker, Lubaga Hospital