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2026 Ruwenzori Uganda

Medizinbus für Ruwenzori

Dr. Mark Kinene, den wir bei unserem Besuch in Ruboni Anfang 2025 kennengelernt haben, arbeitet eng mit der Hebamme Sandy Fisher aus New Hampshire zusammen, die bisher schon viel dort bewirkt hat. Er leitet auch die dortige NGO EMI, über die Sandy ihre Spenden abwickelt. So wurde zum Beispiel das Gemeindezentrum gebaut, für das wir das Toilettengebäude finanzierten.

Unser Partner Ruwenzori Child Care Initiative (RCCI) wünschte sich für das Heimatdorf Ruboni ein kleines Krankenhaus. Wir haben uns von Dr. Mark aber überzeugen lassen, dass ein Medizinbus mehr Vorteile bringt. Er ist als Arzt theoretisch nach absolut irrealer Regierungsvorgabe für fast 500 (!!) Dörfer in der Region zuständig, tatsächlich kann er aber abwechselnd täglich nur ein Dorf erreichen. Konkret wird auch das häufig unterbrochen, wenn Notfälle aus einem anderem als dem heute geplanten Dorf anrufen. Bisher war er mit einem Arztkoffer auf seinem Motorrad unterwegs. Drei Jahre lang hat er auch mit „Destiny Doctors Uganda“ im Rahmen des Programms „Doctors On Wheel” zusammengearbeitet, bei dem die Ärzte mit Motorrädern schwer erreichbare Gebiete angefahren haben, um medizinische Versorgung in unterversorgten Gemeinden anzubieten. Mit einem entsprechend ausgerüsteten Kleinbus statt einem Motorrad könnten wesentlich mehr Menschen besser versorgt und ein größeres Gebiet abgedeckt werden. Abgelegene und unterversorgte Gemeinden liegen zwischen 5 und 40 Kilometern vom nächsten Hospital entfernt. Ältere Menschen, Menschen mit Körperbehinderungen und Lähmungen, Schwangere oder einfach Mittellose, die nicht einmal ein Fahrrad besitzen, haben Schwierigkeiten, Zugang zu einer medizinischer Grundversorgung zu erhalten. Die großen Entfernungen führen zu lebensbedrohenden Verzögerungen und Komplikationen, so dass z.B. auch Mütter ihr Kind oft schon vor Erreichen des Krankenhauses zur Welt bringen.
Wir wollen der Organisation Evone Ministries International (EMI), die von der Hebamme Sandy Fisher aus New Hampshire maßgeblich gegründet wurde, einen Medizinbus zur Verfügung stellen, der, mit den wichtigsten medizinischen Geräten ausgerüstet, täglich im Einsatz ist. Dr. Mark ist der Direktor von EMI und in Personalunion der Arzt für die Bevölkerung. Wir werden mit EMI einen Projektvertrag abschließen und vereinbaren, dass der Medizinbus ausschließlich für die genannten Zwecke benutzt werden darf.

Ziele

  • Freier Zugang zu Gesundheitsinformationen durch Gesundheitsaufklärungskampagnen in der Gemeinde unter Verwendung von Lautsprechern am Wagen
  • Bereitstellung erschwinglicher Gesundheitsdienstleistungen für unterversorgte und abgelegene Bevölkerungsgruppen, wie z. B. Schnelldiagnosen, einfache Labortests und Vorsorgeuntersuchungen
  • Gemeindearbeit wie Gesundheitsaufklärung, Impfungen, Familienplanung, Zahn- und Menstruationshygiene
  • Hausbesuche und Schulbesuche, Blutspendeaktionen
  • Reaktion auf sofortige und präklinische Versorgung bei Notfällen und Unfällen incl. Krankentransport in Notfällen zur nächsten Klinik
  • Rechtzeitige Schwangerschaftsvorsorge während der Wehen /Ultraschalluntersuchungen
  • Schnellere Lieferung bestimmter Medikamente zum Patienten
  • Ausdehnung der Betreuung auf ca. 100 verschiedene Dörfer monatlich

Häufigste Einsatzfälle

  • Atemwegserkrankungen, insbesondere bei Kindern, wie Bronchopneumonie, Bronchiolitis, Bronchitis und nicht übertragbare Erkrankungen wie Asthma.
  • Magen-Darm-Erkrankungen wie Durchfall und Gastroenteritis.
  • Wurminfektionen wie Bandwürmer und Hakenwürmer.
  • Hirnmalaria, Lungenentzündung, Mangelernährung bei Kleinkindern
  • Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen bei Teenagern (umfasst auch unkomplizierte und schwere Malaria, Präeklampsie und Blasenentzündung).
  • Neugeborenenversorgung (umfasst Geburtsasphyxie, Sepsis, niedriges Geburtsgewicht und Lungenentzündung).
  • Zahnpflege (umfasst Karies-, Zahnfleischentzündung- und Fluorosebehandlung).
  • Notfälle wie vorzeitiger Blasensprung, vorgeburtliche Blutungen, Präeklampsie und Frühgeburten. Zerebrale Malaria bei Kindern.

Liste der für die Projektrealisierung notwendigen Gegenstände

Medizinbus (Van) 65.000.000
Wechselrichter 1.000.000
Speicher 400.000
Mobiles Ultraschallgerät18.000.000
Mobiles Blutanalysegerät 5.000.000
Sauerstoffversorgung 1.200.000
Lautsprecher 1.500.000
Med. Basismaterial (Liste liegt vor) 4.000.000
Basis-Ausstattung Medikamente 2.500.000
Basisausstattung Hygiene 500.000

Gesamtbetrag:         99.100.000 UGX (aufgerundet 24.000 €)

Unsere Vorstandsmitglieder Heiner Stepper (ehem. Chefapotheker Klinikverbund Südwest) und Dr. Joachim Quendt (ehem. Chefarzt Gefäßchirurgie KH Leonberg) haben alle Anforderungen geprüft.

Der Vorstand wird die Mitgliederversammlung am 24.04.2026 bitten, das Projekt in den Wirtschaftsplan 2026 aufzunehmen. Wir bitten Sie bereits heute, sich mit einer Spende an diesem Projekt zu beteiligen.