2019 finanzierten wir die erste PV-Anlage für das Buluba Hospital, damals aus Kostengründen noch ohne Speicher. Vor einigen Wochen erteilten wir EquatorSolar den Auftrag für eine aktuelle Analyse der Situation und alternative Vorschläge für eine eventuelle Erweiterung. Ziel: Weitere Erhöhung der Wirtschaftlichkeit, hohe Autarkie vom maroden staatlichen Stromnetz und steigenden Dieselkosten, schnelle Amortisation und Senkung der Klimabelastung
Analyse der Anlage
Leistung der Anlage: 11,76 kWp 13.500 kWh Jahresleistung, 17 % Autonomiegrad, 51 Mio. UGX Energiekosten jährlich.
Die Anlage ist technisch in Ordnung. Was fehlt, ist ein stabiles Netz und eine stabile Hausinstallation. Die Anlage aus dem Jahr 2019 liefert an Tagen mit sauberer Datenlage rund 45 kWh, also 3,75 kWh pro kWp. Daraus ergibt sich ein Jahresertrag von rund 13.500 kWh, der etwa 17 Prozent des Verbrauchs von rund 81.000 kWh deckt.
Der Ertrag der letzten Monate liegt aber weit darunter. Ein Grund ist die Instabilität des Netzes mit Spannungen zwischen etwa 230 und 260 Volt. Die Anlage ist netzgeführt und hat keinen Speicher, sie produziert deshalb nichts, solange das Netz nicht sauber steht. Das Krankenhaus zahlt inzwischen aber einen Sondertarif von 425 UGX pro kWh, was die Stromkosten gesenkt hat.
Der Diesel liefert nur 7 Prozent der Energie, frisst aber 37 Prozent der Kosten. Der Preis ist in den letzten acht Monaten um knapp 40 Prozent gestiegen. Der Preis lag im Januar 2026 bei 4.750 UGX pro Liter und im August bei 6.600 UGX (1,50 €). Das Notstromaggregat verbrauch jährlich 2.880 Liter Diesel.
Die Anlage spart heute rund 5,7 Mio. UGX (1.300 €) und rund 3 Tonnen CO2 im Jahr. Diesel spart sie nicht, weil sie nicht mit dem Notstromgenerator verbunden ist.
Offene Störung und nächste Schritte
Der Neutralleiter und die Lastverteilung gehören zur Elektroinstallation des Krankenhauses. Es sieht danach aus, dass das Problem mit dem Neutralleiter wieder auftritt, das im Mai 2026 bereits einmal behoben wurde. Vermutlich liegt eine mangelhafte Verbindung oder eine Überlastung vor. EQ unterstützt das Krankenhaus jetzt bei der Eingrenzung und bei der Behebung, weil die Solaranlage ohne einen stabilen Neutralleiter nicht zuverlässig läuft.
Vorschlag
(EQ beschreibt drei Alternativen, wir stellen hier die in unseren Augen machbare Lösung vor):
Erweiterung der Anlage auf insgesamt 40 kWp. 87 kWh PV-Leistung Speicher, d.h. 67 % Autonomiegrad. Kosten: 55.200 USD. Diese Variante Variante garantiert acht Stunden Überbrückung. Sie deckt zwei Drittel des Bedarfs, hält den Standort über eine normale Nacht. Die Eigenversorgungsvariante würde den Generator praktisch ganz überflüssig machen, kostet aber 89.300 USD und amortisiert sich erst nach 6,7 Jahren. Der Standort bezieht 75.500 kWh aus dem Netz und erzeugt 5.600 kWh aus dem Generator, zusammen rund 81.000 kWh im Jahr. Dafür zahlt er etwa 13.800 $, davon 37 Prozent für Diesel. Alle Varianten setzen auf der bestehenden Anlage auf und binden den Notstromgenerator ein, so dass er ohne Bedienung anläuft.
Varianten
| Variante 1 | Variante 2 | Variante 3 |
| 4 Stunden Eigenversorgung | 8 Stunden Eigenversorgung | Autonom |
| Generator läuft nach 4 Std. an | läuft nach 8 Std. an | Generator nur für lange Schlecht-wetterperioden |
| Diesel verbleibend 1.570 Liter | 960 Liter | Diesel 110 Liter |
| Autonomiegrad 45% | 67% | 96% |
| Netzbezug 41.200 kWh | 25.100 kWh | 2.800 kWh |
| Amortisation 5,3 Jahre | 6,0 Jahre | 6,7 Jahre |
| Investition 33.270 $ | 55.206 $ | 89.316 $ |
| Einsparung pro Jahr 6.300 $ | 9.200 $ | 13.300 $ |
| CO2-Einsparung in 25 Jahre Laufzeit: 274 To | 402 To | 581 To |
Angebote Equator Solar vom 4. September 2026: Die Preise sind Festpreise und umfassen Planung, Lieferung, Montage, Inbetriebnahme und die Einbindung des Generators. Arbeiten am Hauptverteiler des Krankenhauses sind nicht enthalten. Die Amortisation ist ohne den Serviceplan gerechnet.
Wir empfehlen Variante 2 mit 40 kWp und 87 kWh Speicher. Sie überbrückt achteinhalb Stunden und deckt damit die überwiegende Zahl der Ausfälle vollständig ab, während die Investition mit 55.200 $ deutlich unter der Eigenversorgung liegt. Variante 3 wäre technisch der weitestgehende Schritt. Sie kostet aber 34.100 $ mehr und bringt 4.100 $ mehr Einsparung im Jahr, sodass der Zusatzschritt sich erst nach etwa acht Jahren trägt.
Wir stellen entsprechende Förderanträge und werben um Spenden. Bei der Mitgliederversammlung 2027 stellen wir das Projekt und den aktuellen Finanzierungsstand vor, so dass dann auf der Grundlage aktuellster Daten entschieden werden kann.
