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2011 Lubaga

Dr. Adolf Diefenhardt

Dr. Adolf Diefenhardt ist seit 01.11.2011 neuer Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor im Rubaga Hospital.

Kurzer Lebenslauf: Dr Adolf Diefenhardt

„Nachdem meine Eltern einige Jahre im Ausland verbracht hatten, wurde ich direkt bei ihrer Rückkehr nach Deutschland in Nordhorn am 10. Dezember 1959 geboren. Es folgten dann Grundschuljahre in Mannheim und in Dottingen bei Freiburg im Markgräflerland und schließlich die Gymnasialzeit in Frankenthal/Pfalz.
Schon früh wurde ich durch die schwere geistige und körperliche Behinderung meiner Schwester mit unserer zerbrechlichen menschlichen Natur konfrontiert und schon als kleiner Junge reifte der Wunsch Arzt zu werden. Da ich mich weder für die Bundeswehr noch aus Gewissensgründen gegen sie entscheiden mochte, habe ich mich noch vor dem eigentlichen Studium für den Ersatzdienst entschieden. Diesen Einsatz habe ich dann nach meinem Medizin- und Theologiestudium in Freiburg, Paris und Dublin, einem Tropenkurs und nach fast 4 Jahren klinischer Tätigkeit in Deutschland in Karlsruhe und Speyer (Innere Medizin, Chirurgie) mit einem Misereor-Vertrag in den Jahren 1990-1993 in einem Buschkrankenhaus von 250 Betten in Kitgum/Norduganda als Medizinischer Leiter geleistet. 
1993/4 ergab sich die Möglichkeit einer Fortbildung in Tropenpädiatrie in Liverpool und danach sind wir (mittlerweile als Familie mit einer Tochter) nach Kitgum in Uganda zurückgekehrt, wo ich wieder als Krankenhausdirektor und als Medizinischer Leiter eines Flüchtlingslagers von 22.000 Sudanesischen Flüchtlingen tätig war. 1997 sind wir mit mittlerweile 4 Kindern für 1 Jahr in den Schwarzwald nach Höchenschwand gegangen, wo ich die Facharztausbildung zum Allgemeinmediziner gemacht habe. 
1998 bis 2004 war ich dann als Regionalkoordinator für den Malteser Auslandsdienst in Ost- und im südlichen Afrika für die Suche und Implementierung von Nothilfeprojekten im medizinischen Bereich zuständig.
2005 bis 2011 sind wir (mit mittlerweile unseren 6 Kindern) nach Deutschland, Würzburg zur Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe zurückgekehrt, wo ich als Medizinischer Leiter für die Unterstützung von Lepra- und Tuberkuloseprojekten in Afrika, Asien und Lateinamerika verantwortlich war.
2011 erreichte mich das Angebot des Erzbischofs von Kampala, die Leitung eines seiner Krankenhäuser zu übernehmen, Rubaga Hospital, was wir nach kurzer Überlegung als Familie im Oktober/November 2011 angenommen haben. 
Dieses Krankenhaus ist das älteste katholische Krankenhaus Ugandas (1899) und wurde viele Jahre von deutschen Ärztinnen und unter deutscher Verwaltung geleitet. Der Wunsch des Erzbischofs nach einem Auffrischen dieser Kontakte und hängt mit der Erkenntnis zusammen, dass diese Verbindungen für Qualität, Innovation und Entwicklung von afrikanischen Institutionen wichtig und weiterhin notwendig sind – wenn auch nicht mehr in der gleichen Form wie vor 50 Jahren.
Meine Tätigkeit wird also Schwerpunkte wie Management, medizinische Qualität und Stärkung von Basisgesundheitsdiensten im Umfeld des Krankenhauses beinhalten.“