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2026 Allgemein Ruwenzori Uganda

Einsatzbericht Medizinbus

Liebe Freunde von Partnerschaft Gesunde Welt, liebe Anke mit Familie,

nochmals ganz herzlichen Dank dafür, dass Sie alle das Leben so vieler armer und kranker Menschen hier im Grenzgebiet Ugandas besser machen. Mein erster Bericht beschreibt die ersten Einsätze des Medizinbusses, dessen lokale klinische Auswirkungen sowie die operativen Abläufe bei der Patienten-Nachsorge. Unser mobiler Dienst zielt momentan darauf ab, kritische Versorgungslücken durch gezielte Aufklärung, Vorsorgeuntersuchungen und sofortige klinische Stabilisierung zu schließen.

Einsätze
1. Evone Community Center, Montag, 28. September 2026, 09:00 bis 18:00 Uhr. Erreichen der Bevölkerung in abgelegenen ländlichen Gebieten zur Bereitstellung lokaler Lösungen für die medizinische Grundversorgung.
2.  Markt von Ibanda-Kyanya, Dienstag, 29. September 2026, 10:00 bis 18:30 Uhr. Standortwahl direkt in stark frequentierten Handelszonen, um Berufstätige zu erreichen, die aufgrund ihrer Arbeitszeiten normalerweise keinen Zugang zu medizinischen Angeboten während des Tages haben.
3.  Rwenzori High School, Mittwoch, 30. September, 14:45 bis 17:00 Uhr. Aufklärung zu sexueller und reproduktiver Gesundheit; Teilnahme von über 500 Schülern.

Klinische Leistungen und Interventionen
Der Medizinbus bot wichtige Tests und Vorsorgeuntersuchungen für HIV, Bluthochdruck, Diabetes, Malaria und Typhus an. Über die reine Vorsorge hinaus führte unser Team sofortige medizinische Maßnahmen bei akuten und lebensbedrohlichen Erkrankungen durch. Es wurden 105 Patienten untersucht (61 Frauen und 44 Männer). Patienten, bei denen akute Hyperglykämie, eine hypertensive Krise, schwerer Typhus oder komplizierte Malaria diagnostiziert wurden, erhielten vor der Überweisung eine sofortige Stabilisierung vor Ort. 15 Patienten erhielten kostenlose Erste-Hilfe-Maßnahmen und eine erste medikamentöse Behandlung.

Beispiele:
Jowen T. (24 Jahre) wurde von ihrem Ehemann, Herrn Rofasi T., auf dem Rücken herbeigetragen; sie wies hohes Fieber (38,8 °C), starke Bauchschmerzen und Dehydrierung auf sowie eine seit drei Wochen bestehende Durchfallerkrankung. Ihr Mann berichtete, sie habe nicht näher spezifizierte Malariamittel eingenommen, jedoch ohne Besserung; als er dann in der Kirche von Dr. Marks Untersuchungsangebot im Evone Community Center erfuhr, suchte er Hilfe. Der Test auf Typhus fiel positiv aus. Die Behandlung erfolgte durch intravenöse Gabe von Paracetamol (1 g), Kochsalzlösung (500 ml) und Ceftriaxon (2 g); anschließend wurde sie mit Tabletten zur Weiterbehandlung entlassen. Ciprofloxacin 200 mg alle 12 Stunden, Metronidazol 400 mg alle 12 Stunden für 14 Tage; Wiedervorstellung geplant für den 6. Oktober, wenn ich wieder im Einsatzgebiet bin.

Franko M. (männlich, 27 Jahre) stellte sich mit leichter Anämie und einem süßlichen, nach Ketonen riechenden Atem vor, während er versuchte, einen Satz zu bilden. Die ihn begleitenden Nachbarn berichteten, dass er Alkohol konsumiere, ohne dabei zu essen (und sich somit selbst aushungere), und im Dorf als Alkoholiker bekannt sei; vor fünf Tagen habe er über Schmerzen im Oberbauch sowie das Aushusten von blutigem Auswurf geklagt. Augenzeugen berichteten zudem von schwarzem Stuhl und stechenden, brennenden Schmerzen. Klinisch deutete das Bild auf eine alkoholbedingte akute Gastritis (als Reaktion auf eine chronische Gastropathie) oder eine Magenblutung hin. Wir verabreichten ihm intravenös 100 mg Tranexamsäure sowie 500 ml physiologische Kochsalzlösung, bevor wir ihn zur endoskopischen Untersuchung an das St. Paul Health Center IV in Kasese überwiesen.

Crispus K. (männlich, 12 Jahre) wurde von seiner Großmutter gebracht; er litt unter erschwerter Atmung, konnte nicht selbstständig stehen, wies Hyperpyrexie (40,4 °C), Gelbsucht, Anämie und Tachypnoe auf sowie eine Vorgeschichte von Erbrechen in den letzten drei Tagen. Bei der Untersuchung zeigten sich Hypoglykämie und Hypotonie; die Urinanalyse ergab Hämoglobinurie, und der Malariatest war positiv, was auf eine komplizierte Malariaform hindeutete. Es wurden intravenös 60 mg Artesunat, 250 ml physiologische Kochsalzlösung sowie 250 mg Paracetamol (als Einmalgabe) verabreicht; anschließend erfolgte die Überweisung an das Bugoye Health Center III zur weiteren Behandlung.

(Anmerkung: Wir erhielten eine genaue Liste über 106 behandelte Patienten mit Name, Alter, Ergebnisse HIV/Blutdruck/etc./Diagnose/Therapie/Medikamente)

Weiterführende Versorgung und Überweisungsnetzwerk
Um die Patientensicherheit und die langfristige Betreuung bei chronischen Erkrankungen zu gewährleisten, fungiert der Bus als Zugangspunkt zur etablierten regionalen Gesundheitsinfrastruktur. Alle 15 stabilisierten Notfallpatienten sowie drei HIV-positive Patienten, die eine routinemäßige Nachsorge benötigten, wurden nahtlos an die folgenden Partnereinrichtungen gebracht: Bugoye Health Center III, Rukoki Health Center IV, St. Paul Health Center IV.

Sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte
Jugendliche Mädchen und Teenager-Mütter nahmen kostenlose Verhütungsmittel für die Langzeitverhütung an. 60 junge Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren erhielten 20 Intrauterinpessare (Spiralen) und 40 Implanon-Stäbchen, die sie vor einer hohen Rate ungeplanter und ungewollter Schwangerschaften schützen. Dieser Tag zur Familienplanung sowie die Beschaffung der entsprechenden Verhütungsmittel wurden von Evone Ministries International finanziert.

Herausforderungen
Infrastrukturelle Einschränkungen. Mangelhafte Straßennetze, steile Schlammpfade und aktuell Witterungsbedingungen führen zu Verzögerungen und erhöhen die Kosten für Reparatur und Wartung der Busse. Zudem erschweren sie das Erreichen von Orten in schwierigem Gelände, die für motorisierte Fahrzeuge ansonsten völlig unzugänglich wären.
Privatsphäre und Vertraulichkeit. Der Einsatz im Freien erschwert die Wahrung der medizinischen Vertraulichkeit bei sensiblen klinischen Beratungen und Untersuchungen.
Ein Telemedizinsystem würde den Komfort bei Beratungen und Nachsorgeuntersuchungen erhöhen sowie eine Reaktion in Echtzeit auf Patientenanfragen und Notfälle ermöglichen. Bereitschaftsdienste oder Nachrichtendienste bieten eine effiziente Kommunikation, ohne dass aufwendige Besuche oder Reisen erforderlich sind. Elektronische Patientenakten sowie Internet- und Telefonverbindungen gewährleisten eine nahtlose Vernetzung und ein effektives Datenmanagement, wodurch der Zugriff auf medizinische Unterlagen sichergestellt wird.
Mobilisierung: Mitglieder lokaler Gesundheitskomitees, die für die Ankündigung in Kirchen zuständig waren, machten Fehler bei der Kommunikation: Sie informierten die Gemeinde darüber, dass Untersuchungen und Behandlungen kostenlos seien, woraufhin alle in der Erwartung einer Gratisleistung erschienen. Da es sich um den ersten Einsatz des mobilen medizinischen Busses handelte, boten wir die Dienste dann tatsächlich kostenlos an, um das Konzept der mobilen medizinischen Versorgung in diesen Gemeinden bekannt zu machen. Wenn ich meine Praxis in Rwiimi, mit der ich meinen Lebensunterhalt verdiene, zugunsten des Medizinbusses schließe, muss ich aber mittelfristig ein kleines Honorar verlangen, wo möglich. In Rwiimi gibt es etwas mehr Arbeitsplätze, da wird ein Arzt eher bezahlt, in Kampala ist das keine Frage.
Finanzierbarkeit: Die Bewohner ländlicher Gemeinden können die Betriebskosten für mobile Busdienste oft nicht aufbringen. Die Nachfrage ist bei kostenlosen Angeboten deutlich höher als bei kostenpflichtigen Leistungen. In Notfällen ist es zudem schwierig, die Behandlung eines Patienten hinauszuzögern, nur um zu klären, wer die Kosten übernimmt. Manche dieser Dörfer können sich selbst sehr günstige Leistungen nicht leisten.
Die Nachbetreuung von Patienten, die an allgemeine Krankenhäuser oder Gesundheitszentren überwiesen wurden, gestaltet sich aufgrund der jetzt auch noch extrem gestiegenen Treibstoffkosten schwierig; zudem suchen einige Patienten die überwiesenen Einrichtungen aus Angst vor den dort anfallenden Kosten nicht auf.

MÖGLICHE LÖSUNG
Bereitstellung von medizinischen Containern für den Transport von medizinischem Material in schwer zugängliche Gebiete.
Aufbau kleiner Zelte als Wartebereich neben dem Bus, damit Patienten nicht im Regen oder in der prallen Sonne stehen müssen. Dies verringert die Überfüllung im Bus und schafft Raum für Behandlungen im Inneren, wodurch die Vertraulichkeit und Privatsphäre der Patienten gewahrt bleiben.
Für eine ordnungsgemäße Dokumentation und Datenverwaltung benötigen wir einen Laptop sowie Mobiltelefone für Rufbereitschaft und Kommunikation mit Kontaktpersonen vor Ort; so können wir Nachsorge leisten sowie telefonische Beratung und Aufklärung anbieten. Dies ermöglicht uns, mit verschiedenen Patienten in Kontakt zu bleiben, während wir uns an einem bestimmten Standort befinden.
Unterstützungsfonds, insbesondere für einkommensschwache Dorfbewohner (wie Frauen, Kinder und ältere Menschen), die sich grundlegende medizinische Leistungen nicht leisten können. Manche Menschen bleiben im Krankheitsfall zu Hause und nutzen lediglich lokale Heilkräuter; sobald sie jedoch erfahren, dass ein Arzt vor Ort ist, kommen sie zur Behandlung. Der Betrieb des mobilen Busses verursacht hohe Kosten – unter anderem für Kraftstoff, Reparaturen, Wartung, Mobilisierung, Personalgehälter, Medikamente und Lizenzen –, die von der lokalen Bevölkerung allein nicht getragen werden können.

Operative Planung
In den kommenden Wochen wird der medizinische Bus seine geplanten Routen weiter abfahren und gleichzeitig die Kommunikation mit den Gesundheitseinrichtungen in Bugoye, Rukoki und St. Paul intensivieren. Ziel ist es, sicherzustellen, dass sowohl die im aktuellen Zyklus überwiesenen Patienten als auch künftige Patienten mit chronischen Erkrankungen erfolgreich in langfristige Behandlungspläne aufgenommen werden.
1. Woche vom 1. bis 5. Oktober: Masern-Röteln-Impfung für Kinder im Alter von 9 Monaten bis 5 Jahren.
2. Woche vom 6. bis 9. Oktober: Klinikwoche mit Angeboten zur Schwangerschaftsvorsorge und einer Gruppe für junge Mütter (Teen Mothers Club).
3. Woche vom 12. bis 17. Oktober: Markt in Mubuku.

Wir planen, in der zweiten Oktoberwoche eine weitere Informationsveranstaltung an einer Schule durchzuführen.

Hinweis
Ich habe gemeinsam mit der leitenden Hebamme Mrs. Kyakimwa Lavinya Verhütungsmittel bei 60 Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren eingesetzt; Ms. Elizabeth war für die Registrierung und Triage zuständig. Wir waren zu dritt drei Tage lang – von Montag bis Mittwoch – im Einsatz, und niemand von uns hat ein Gehalt erhalten. Wir arbeiten gerne auch ehrenamtlich, sollten es im Hinblick auf eine langfristige Konzeption aber schaffen, zumindest unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Es ist sonst schwer, Fachkräfte in dieser Region zu halten. Auch die Abschreibung des Busses muss bedacht werden und die laufende Anschaffung von Medikamenten.

Mit herzlichen und respektvollen Grüßen

Dr. Mark
Kyanga Community Medical Clinic