Bild: Die neue Hans Mendel Bridge in Ruboni (Bild im August gemacht. Im März reicht der Fluss – bisher – bis ca. 1 m unter den Brückenboden und läuft rechts und links viele Meter in das Land).
> Die aktuellen Ergänzungen werden jeweils hinten angefügt <
Die Flüsse im Ruwenzori-Gebirge können zu bestimmten Jahreszeiten teilweise durchwatet werden. Teilweise sind sie Ersatz für Wanderwege. Oft reißen die schnell ansteigenden Wasser aber auch alles mit sich und werfen Haushohe Steine auf am Ufer liegende Behausungen. In Ruboni muss ein Großteil der Schüler*innen den Fluss dort durchqueren, um zur Schule und zurück zu gelangen. Bis heute durchwaten sie bei höherem Wasserstand an Seilen von Angehörigen gesichert den Fluss.

Hier wollen wir Abhilfe schaffen und eine stabile Brücke planen, bauen und finanzieren. Abgesprochene Vorgaben:
- Die Brücke soll 20 m lang sein.
- Die Brücke muss auf beiden Seiten 2 tiefgründige Betonpfeiler haben.
- Die Pfeiler sollen mindestens 1 m unter der Erde und mindestens 1 m über der Erde liegen. Die Brücke muss auf jeden Fall so hoch liegen, dass sie von zukünftigem Hochwasser nicht weggerissen werden kann.
- Die Pfeiler werden aus Zement, Sand, Wasser und Eisenstangen hergestellt.
- Die Pfeiler sollen jeweils 3 m vom Flussufer entfernt sein
- Die Breite soll ca. 1,50 Meter betragen
- Die Brücke muss zum Schutz der Fußgänger auf beiden Seiten mit Ketten oder Stahlseilen versehen sein
- Die Brücke wird zusätzlich mit Stahlkabeln von oben gesichert.
- Der Boden der Brücke wird aus starken Holzbohlen gefertigt, die von Eisenstangen gehalten werden.
- Die Verbindung zwischen den Eisenstangen und den Stahlkabeln wird durch 60mm starke Eisenkabel geschaffen.
- Die Brücke wird auf beiden Seiten Treppenrampen besitzen.
- Die Brücke darf nicht mehr als 4.800 Euro kosten.
Wir freuen uns sehr, dass wir heute von der Katholischen Kirchenstiftung St. Magnus die Zusage erhalten haben, dass diese die Brücke im Gedenken an ihren Stiftungsgründer Hans Mendel finanzieren will. Isaak Kule, der Projektleiter vor Ort, hat zugesagt, am Sockel eine entsprechende Aufschrift mit „Hans Mendel Bridge“ anzubringen. Auch Bernd Pfeiffer sei erwähnt, der zusammen mit seinen Geburtstagsgästen seinen Anteil dazu beigetragen hat. Und drei andere Spender, die nicht genannt werden wollen.
So kann es heute aussehen, wenn es zwei Schüler nur bis zur Flussmitte schaffen … (Sie konnten glücklich geborgen werden).
20.02.2025: Planung/Kalkulation/Start Werbung Spenden/Fördermittel
08.05.2025: Planungsstatus detailliert
20.05.2025: Finanzierung gesichert, Mittel überwiesen an RCCI/Ruboni
24.05.2025: Materialbestellung
10.06.2025: Baubeginn. Am 20.06. steht bereits der erste Brückenpfeiler




Starkregen verzögert die Bauarbeiten, aber am 06.08.2025 ist die die Brücke fertig (s. Video). In der Regenzeit, zum Beispiel im März, reicht der dann reißende Fluss bis über die Ufer und überschwemmt auch teilweise den hier gerade sichtbaren Fußweg. Wir erinnern uns leider noch gut an die Hochwasserkatastrophe 2020, als 18 Menschen aus Ruboni starben. Dies gehört nun hoffentlich der Vergangenheit an.
Am 17.08.2025 legte Projektleiter Isaak Kule, auch Vorsitzender unseres Partnervereins „Ruwenzori Child Care Initiative“, die Belege vor. Der Kostenrahmen von 4.800 Euro wurde eingehalten. Für das notwendige Material, vom Zement über Stahlkabel und Gitter bis zu den gesägten Holzbohlen für den Brückenboden und die Treppen einschließlich Kleinmaterial und Transport- sowie minimale Personalkosten reichten unsere Spendengelder also aus. Auf Isaak ist Verlass.
Von zwei Lehrerinnen und von einem Vater hörten wir, wie glücklich sie sind, nun gefahrlos über den zwar oft träge fließenden, aber manchmal nach kurzer Zeit auch gefährlich hohen und extrem schnell werdenden Fluss zu kommen. Insbesondere für die Schulkinder – das war ja auch für uns der Anlass – ist der Weg nun ungefährlich. Und sie kommen nun täglich trocken in der Schule und zuhause an. Eine vergleichbare Fußgängerbrücke hier im Landkreis – ähnlich lang – kostete vor kurzem über 480.000 Euro, also 475.000 Euro mehr als unsere Brücke. Sie ist exakter gebaut und optisch schöner, tatsächlich aber nicht stabiler und genau so funktionell. 96 Brücken könnten wir mit diesem Geld in 96 ähnlichen Dörfern in Uganda bauen. Für uns ein weiteres Beispiel, wieviel man mit wenig erreichen kann. Natürlich kostenlos geplant von chatgpd und nicht vom Ingenieur, natürlich nicht TÜV-geprüft und nicht vom Baurechtsamt genehmigt, natürlich nicht versichert, natürlich zu einem Stundenlohn von 0,50 Euro, natürlich, natürlich – zugegeben! Aber gemacht!

RUBONI CHILD CARE INITIATIVE
P.O. BOX 420564, KASESE (U)
Abschlussbericht von Isaak Kule: Hans-Mendel-Brückenprojekt/30.08.2025
Sehr geehrte Mitglieder und Sponsoren von PGW!
Wir freuen uns, diesen Bericht für das von Partnership Healthy World finanzierte Hans-Mendel-Brückenprojekt vorlegen zu können. Das Projekt zielt darauf ab, den Zugang und die Sicherheit für Kinder und auch Erwachsene in Rwenzori zu verbessern. Der Fluss, der teilweise gefährlich schnell und hoch fließt, kann nun gefahrlos überquert werden.
Realisierung
Die Brücke wurde genau wie geplant erfolgreich mit einer Länge von 20 m gebaut und ist nun für die Öffentlichkeit zugänglich. Wir haben zusätzlich in mehreren Gemeindeveranstaltungen die Einwohner informiert und auch im Bereich der Brücke Beschilderungen installiert.
Herausforderungen
Unerwartete geologische Herausforderungen während des Baus führten zu Verzögerungen und erhöhten Kosten. Wir mussten mehr großes Gestein entfernen als vermutet.
Der anfängliche Widerstand einiger Gemeindemitglieder erforderte zusätzliche Bemühungen. Einige Menschen verstanden nicht, dass so nachhaltig gebaut werden sollte. Auch dies wurde in Veranstaltungen erläutert.
Dazu kommt, dass die Baustelle mit dem Auto nicht erreichbar ist, so dass es nicht einfach war, die Gemeinde zum Transport der Materialien zu mobilisieren.
Erkenntnisse
Ein frühzeitiges und nachhaltiges Engagement der Gemeinde durch transparente Miteinbeziehung war für den Erfolg des Projekts von entscheidender Bedeutung. Wir sind dankbar, dass auch PGW entsprechend flexibel war, als es um Änderungen ging.
Nächste Schritte
Wir werden die Brückennutzung beobachten, besprechen und analysieren. Darüber hinaus entwickeln wir eine Nachhaltigkeitsplanung: Wir werden einen Wartungsplan entwickeln, um die Langlebigkeit der Brücke sicherzustellen. Ein Brückenausschuss wird sich um Schäden und Reparaturplanung kümmern.
Fazit
Wir bedanken uns bei Partnership Healthy World für ihre Unterstützung. Trotz der Herausforderungen hat das Projekt bedeutende Fortschritte gemacht und hilft, Menschenleben zu retten. Insbesondere die Schüler kommen jetzt sicher und trocken in die Schule und nach Hause. Kranke und Verletzte auf der anderen Flussseite können von dort schneller und sicherer zum Transportplatz gebracht werden, von wo sie unser Van ins Hospital fahren kann.
Vielen Dank für Ihre anhaltende Unterstützung.
Ich grüße Sie im Namen des RCCI und der gesamten Gemeinde
Isaak Kule